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23. Dezember 2024

Das ☘ Bio-psycho-soziale Modell bei Rückenschmerzen: Eine ganzheitliche Betrachtung in der Schmerztherapie

Während man früher noch davon ausging, dass Schmerz immer einhergeht mit einer Verletzung oder Schädigung von Gewebe weiss man nun, dass es so einfach leider nicht ist.
Studien haben gezeigt, dass viele Menschen zum Beispiel Bandscheibenvorfälle haben, jedoch keinerlei Schmerzen. Teilweise ist es jedoch auch der Fall, dass Menschen über Schmerzen klagen, man im MRT aber keinen Schaden findet.
In diesem Kontext bietet das biopsychosoziale Modell den neusten Ansatz einer Erklärung und damit auch einen Wegweiser, wie man Rückenschmerzen verringern kann.
Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung dieses Modells für Menschen mit Rückenschmerzen und wie es das Verständnis und die Behandlung von Schmerzen transformiert und soll als Anregung verstanden werden, sich mit den Ursprüngen der eigenen Schmerzen genauer auseinander zu setzen um für sich individuell herauszufinden, welches die eigenen Schmerztreiber sind um somit diese, und dadurch die Schmerzen, zu verringern.

Ursprünge des biopsychosozialen Modells

Das biopsychosoziale Modell wurde 1977 von George L. Engel, einem amerikanischen Internisten und Psychiater, eingeführt. Engel kritisierte die vorherrschende Sichtweise der Medizin, die mit dem biomedizinischen Modell Krankheiten und Schmerz fast ausschließlich auf biologische Ursachen zurückführte. Er argumentierte, dass Gesundheit und Krankheit das Ergebnis einer komplexen Interaktion biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren sind.

Vorteile des biopsychosozialen Modells

Das biopsychosoziale Modell bietet einen umfassenderen Ansatz, der die Grenzen des biomedizinischen Modells überwindet. Es anerkennt, dass Schmerzen nicht nur physische, sondern auch psychologische Wurzeln haben können und von sozialen Faktoren beeinflusst werden. Diese Sichtweise ermöglicht eine ganzheitlichere und individuellere Behandlung, die nicht nur auf die Symptome, sondern auch auf die Ursachen der Beschwerden eingeht.
Ausserdem eröffnet sie Menschen, welche unter Rückenschmerzen leiden die Option, mit einem kritischen Blick auf ihr Leben oder ihre aktuelle Situation, eigene Schmerztreiber (zu wenig Schlaf, viel Stress, schwache Rückenmuskulatur, Verlust von Arbeit oder Partnerschaft, Gefühl der Einsamkeit etc.) zu erkennen und diese in einem zweiten Schritt gezielt anzugehen und so die Schmerzen zu verringern.
(Wenn du jetzt gerade unter Rückenschmerzen leidest und diese selbst verringern möchtest, dann lies gerne diese Blogs durch:

Ein paar Beispiele, vielleicht trifft das Eine oder Andere ja auf dich zu


Biologische Ursachen

Zu den biologischen Faktoren zählen physische Aspekte wie Verletzungen, degenerative Veränderungen oder Entzündungen oder aber auch eine zu schwache Muskulatur. Die Behandlung kann gezieltes Krafttraining, Physiotherapie, Medikamente oder in schweren Fällen chirurgische Eingriffe umfassen. HIER  findest du eine Übersicht der häufigsten biologischen Schmerztreiber bei Frauen mit Rückenschmerzen.

Psychologische Ursachen

Angst, Stress und psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen können die Wahrnehmung von Schmerzen verstärken. Psychotherapeutische Verfahren und Entspannungstechniken sind daher oft Teil der Schmerztherapie. HIER findest du eine übersichtliche Liste der häufigsten psychologischen Schmerztreiber

Soziale Ursachen

Soziale Isolation, berufliche Probleme oder familiärer Stress können ebenfalls Schmerzen beeinflussen. HIER noch weitere soziale Schmerztreiber in denen du dich vielleicht wiedererkennst.

Spezifische Betrachtung für Frauen mit Rückenschmerzen

Für dich kann das Bio-psycho-soziale Modell besonders aufschlussreich sein, da es hilft zu erkennen, dass Rückenschmerzen nicht notwendigerweise auf körperliche Schäden hinweisen muss, sondern auch ein Indikator dafür ist, wie sensibel dein Gehirn gerade geschalten ist durch andere Belastungen aus deinem Alltag, den sogenannten Schmerztreibern.

Ein Mensch steht umgeben von drei Kreisen

Das ist so einfach gesagt“

Mir ist absolut bewusst, dass der Satz „verringere deine Schmerztreiber und reduziere dadurch deine Rückenschmerzen“ einfach geschrieben, aber verdammt schwer umzusetzen ist!!!
Nicht immer können wir mit einem Fingerschnipps unseren Stress reduzieren, manche Täler der Tränen müssen durchschritten werden weil es keine Abkürzung gibt und auch eine Schlafstörung lässt sich nicht einfach mit einem neuen Kissen lösen.
Der Artikel soll erst einmal lediglich über das biopsychosoziale Modell aufklären. Wie du mit einzelnen Schmerztreibern umgehen kannst, darüber gibt es andere Artikel, ein paar habe ich dir oben bereits aufgelistet.

Ich bin bereit für eine positive Veränderung.

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